Materialwissenschaft: Neuartige biokeramische Knochenschraube für die Medizin
Ausgezeichnete Idee
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- Von links: Schrauben aus Kunststoff, Biokeramik und Metall Bild: Fraunhofer IFAM
Bremer Materialwissenschaftler und Medizinern haben Knochenschrauben aus biokeramischen Material entwickelt, das vollständig vom Körper abgebaut werden kann. Dafür wurden sie mit dem Bernd-Artin Wessels-Preis ausgezeichnet.
Die Idee ist fast zu einfach. Statt der bisher üblichen Metall- oder Kunststoffschrauben sollen in Zukunft Knochenschrauben aus einer knochenähnlichen Biokeramik zur Behandlung von Kreuzbandrissen dienen. Die Materialwissenschaftler Prof. Kurosch Rezwan und Dr. Philipp Imgrund sowie der Chirurg Professor Ulrich Wagner haben gemeinsam mit ihren Teams die biokeramische Knochenschraube entwickelt und erfolgreich erprobt. Das Besondere daran: Die neue Schraube entspricht in ihrer chemischen Zusammensetzung nahezu vollständig dem anorganischen Hauptbestandteil des Knochens, dem Kalziumphosphat, und wird durch ein innovatives Pulver-Spritzgussverfahren hergestellt.
Die knochenähnliche Zusammensetzung bewirkt eine biologisch optimale Integration der Schraube in den Knochen. Der Knochen ist dadurch in der Lage, die Schraube zu resorbieren, also durch körpereigene biologische Prozesse auf natürliche Weise aufzulösen. Das dabei freigesetzte Kalzium kann direkt in den neu entstehenden Knochen integriert werden und beschleunigt sogar den Heilungsverlauf. Der zweite große Vorteil: Die im Fall von Metallschrauben bisher notwendige und kostenaufwendige Folgeoperation zur Schraubenentfernung entfällt.
In den ersten Tests der Prototypenserie wurde nachgewiesen, dass die Bremer Knochenschraube die hohen medizinischen, biologischen und mechanischen Anforderungen erfüllt. Die bioresorbierbare Knochenschraube befindet sich gegenwärtig im Patentverfahren. Das Marktpotenzial wird auf mehr als 400 Mio. Euro geschätzt.
Für die Entwicklung der biokeramischen Knochenschraube haben Prof. Kurosch Rezwan und seine Projektpartner kürzlich den Bernd-Artin Wessels-Preis der Bremer „unifreunde" erhalten. Der von Bernd-Artin Wessels gestiftete und mit 10000 Euro dotierte Preis wird jährlich für exzellente Forschungskooperation zwischen Wissenschaft und mittelständischer Wirtschaft in Bremen verliehen.
· Weitere Informationen: www.ceramics.uni-bremen.de

